Der große Schimmelratgeber

Was hilft gegen Schimmel?

Herzlich Willkommen! Folgen Sie mir und lernen Sie die Tipps und Tricks zur effektiven und nachhaltigen Schimmelbekämpfung kennen. Schützen Sie sich und Ihre Familie vor den gesundheitlichen Folgen eines Schimmelbefalls in Ihrem Zuhause, bekämpfen Sie Schimmel mit Köpfchen.

Wasserschaden - immer optimal versichert sein!

Welche Versicherung zahlt welche Schäden und wie reagieren Sie im Falle eines Wasserschadens richtig. Ob Ihre Versicherung bezahlt, hängt maßgeblich von der Art der Versicherung und dem Schadensfall ab. Erfahren Sie mehr.

Alle 30 Sekunden ein Wasserschaden durch defekte Leitung in Deutschland

Ein Wasserschaden ist kein seltenes und unwahrscheinliches Ereignis. In Deutschland kommt es durchschnittlich alle 30 Sekunden zu einem Leitungswasserschaden, umgerechnet 1,1 Millionen Leitungswasserschäden pro Jahr, was 2015 einen Schaden von 2,3 Milliarden Euro verursachte. Am häufigsten platzen übrigens in Köln die Wasserleitungen. Dies liegt übrigens am Alter der Leitungsrohre. In Ostdeutschland kommt es statistisch betrachtet seltener zu Leitungswasserschäden als in Westdeutschland.

Das ist auch nicht weiter verwunderlich. Schließlich genügt ein geplatztes Heizungsrohr, ein undichter Ablauf in der Waschmaschine oder eine falsch angeschlossene Geschirrspülmaschine, um einen Wasserschaden zu verursachen.

Wasserschaden und Mietminderung

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 536 Mietminderung bei Sach- und Rechtsmängeln
(1) Hat die Mietsache zur Zeit der Überlassung an den Mieter einen Mangel, der ihre Tauglichkeit zum vertragsgemäßen Gebrauch aufhebt, oder entsteht während der Mietzeit ein solcher Mangel, so ist der Mieter für die Zeit, in der die Tauglichkeit aufgehoben ist, von der Entrichtung der Miete befreit. Für die Zeit, während der die Tauglichkeit gemindert ist, hat er nur eine angemessen herabgesetzte Miete zu entrichten. Eine unerhebliche Minderung der Tauglichkeit bleibt außer Betracht.
(1a) Für die Dauer von drei Monaten bleibt eine Minderung der Tauglichkeit außer Betracht, soweit diese auf Grund einer Maßnahme eintritt, die einer energetischen Modernisierung nach § 555b Nummer 1 dient.
(2) Absatz 1 Satz 1 und 2 gilt auch, wenn eine zugesicherte Eigenschaft fehlt oder später wegfällt.
(3) Wird dem Mieter der vertragsgemäße Gebrauch der Mietsache durch das Recht eines Dritten ganz oder zum Teil entzogen, so gelten die Absätze 1 und 2 entsprechend.
(4) Bei einem Mietverhältnis über Wohnraum ist eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung unwirksam.

Bei einem Wasserschaden stehen Ihre Chancen gut, Ihre Miete zu mindern. Berechnen Sie die Höhe der Mietminderung mit unserem Mietminderungsrechner.

Ein häufiger Grund für Schimmel in Wohnungen und Häuser ist ein Wasserschaden. Unmittelbar nach einem Wasserschaden besteht ein sehr hohes Risiko von Schimmelbildung. Die Feuchtigkeit in der Bausubstanz bietet Schimmelsporen optimale Bedingungen für eine schnelle Ausbreitung. Ursachen eines Wasserschadens sind vielfältig:

  • Überflutung oder Hochwasser
  • Rückstau in erdverlegten Abwasserkanälen durch Starkregen, Verstopfungen
  • Fehlinstallationen von Sanitäranlagen
  • Fehlinstallationen oder Undichtigkeiten von Haushaltsgeräten
  • Schäden durch Verschleiß und Alterung von Wasserleitungen
  • Schäden durch Frosteinwirkung an Wasserleitungen (Rohrbruch)
  • undichte Dacheindeckung

Reagieren Sie bei einem Wasserschaden schnell, jede Stunde, in der das Wasser weiter fließt, kann entscheidend sein. Zunächst gilt es, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Ist die Ursache einmal gefunden, muss umgehend eine geeignete Trocknung eingeleitet werden, um Schimmel zu vermeiden bzw. zu stoppen. Mit der Ursachenforschung eines Wasserschadens haben wir uns ausführlich hier beschäftigt. Möchten Sie mehr über Ihre Möglichkeiten erfahren, einen feuchten Raum zu trocknen, lesen Sie hier weiter.

In diesem Beitrag soll es um die verschiedenen Versicherungen gehen und in welchen Fällen welche Versicherung die durch einen Wasserschaden verursachten Kosten begleicht.

Welche Versicherung bezahlt welchen Schaden?

SchadensfallVersicherung
... durch LeitungswasserschadenHausrat- oder Wohngebäudeversicherung
... ohne Schuld des MietersHaftpflichtversicherung des Vermieters
... durch RückstauElementarversicherung
... durch Fehlverhalten beim (Um-)BauBauträgerversicherung

Was zahlt die Hausratversicherung?

Bei einer Hausratversicherung sind Schäden am Mobiliar und anderen beweglichen Dingen, die sich in Ihrer Wohnung/Haus befinden, versichert. Beachten Sie jedoch, dass nicht alle Wasserschäden einen Versicherungsfall darstellen. D. h. nicht in jedem Fall können Sie auf eine Zahlung Ihrer (Eigentümer oder Mieter) Hausratversicherung rechnen. Voraussetzung für die Hausratversicherung ist in der Regel, dass die Wasserschäden in einem direkten Zusammenhang mit folgenden Installationen stehen:

Handelt es sich beim ausgetretenen Wasser aus einen bestimmungswidrigen Austritt, dann ist der Wasserschaden durch die Hausratversicherung versichert. Der Versicherungsfall ist jedoch nicht das austretende Wasser selbst, sondern die Schäden an Mobiliar am Ort des Schadens.

Wann zahlt die Hausratversicherung nicht?

Wie bisher deutlich geworden ist, bezahlt die Hausratversicherung nicht jede Art von Wasserschaden. Folgende Fälle sind in der Regel nicht durch Ihre Hausratversicherung versichert:

In welchen Fällen leistet die Wohngebäudeversicherung?

Die Wohngebäudeversicherung leistet dann, wenn das Gebäude vom Wasserschaden betroffen ist. Hierbei leistet die Versicherung für Reparaturarbeiten und Arbeiten zur Instandsetzung des Wohngebäudes. Dies umfasst neben Schäden am Gebäude vor allem auch Schäden an Dingen/Bestandteilen, die fest mit dem Gebäude verbunden sind. Dazu zählen beispielsweise festverklebte Fußböden und Teppiche, Laminat, Parkett, Einbauschränke etc.

Wasserschaden beim Nachbarn - wer zahlt?

Frischwassereinbruch Decke

Ist der Schaden auf einen Wasserschaden bei einem Nachbarn zurückzuführen, leistet die Privathaftpflichtversicherung des Nachbarn.

Unverschuldeter Wasserschaden in Mietwohnung - wer muss dafür aufkommen?

Ein Wasserschaden in der Mietwohnung ist für den Mieter besonders unschön. Er/Sie ist unmittelbar von dem Schadensausmaß betroffen, zudem entstehen ihm/ihr gewisse Aufwändungen. Diese können jedoch vom Verursacher des Wasserschadens zurückgefordert werden. Außerdem kann eine Mietminderung angezeigt sein. Die Sanierungskosten in Folge eines Wasserschadens sind vom Verursacher zu tragen.

Hat der Mieter den Wasserschaden nicht selbst verursacht, kann Entwarnung gegeben werden, eine Sorge vor hohen Kosten ist unbegründet. Leisten muss stets der Verursacher des Wasserschadens. D. h. wenn der Nachbar den Schaden verursacht hat, muss dessen Privathaftplfichtversicherung leisten. Ansonsten leistet die Haftpflichtversicherung oder Gebäudeversicherung des Vermieters.

Der Mieter ist – wenn er den Wasserschaden nicht selbst verursacht hat – nicht in der Pflicht, den Schaden zu beheben. Auch hier gilt das Verursacherprinzip. Jedoch ist der Mieter verpflichtet, dem Verursacher Zutritt zur eigenen Wohnung zu gewähren, um den Schaden zu beheben.

Pflichten des Vermieters

§ 535 Inhalt und Hauptpflichten des Mietvertrags

(1) Durch den Mietvertrag wird der Vermieter verpflichtet, dem Mieter den Gebrauch der Mietsache während der Mietzeit zu gewähren. Der Vermieter hat die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten. Er hat die auf der Mietsache ruhenden Lasten zu tragen.

Ist der Vermieter also seiner Pflicht nicht nachgekommen, das vermietete Objekt instandzuhalten, ist der Vermieter für sämtliche Schäden am Gebäude inkl. Schäden an der Wohnung aufzukommen. Das heißt, dass für Schäden an mit der Wohnung festverbundenen Dingen (z. B. Bodenbelägen) die Wohngebäudeversicherung des Vermieters zuständig ist.

Bitte beachten Sie jedoch, dass es unter Umständen für Sie schwer sein wird, dem Vermieter nachzuweisen, dass er seine Pflichten verletzt und den Wasserschaden verursacht habe. Deswegen ist es empfehlenswert, eine Hausratversicherung abzuschließen, um zumindest vor den häufigsten Ursachen für einen Wasserschaden abgesichert zu sein.

Wer begleicht Schäden an Hausrat?

Für mobile (bewegliche) Gegenstände, die durch einen Wasserschäden beschädigt wurden und sich innerhalb der Wohnung befinden, kann die Hausratversicherung des Mieters in Anspruch genommen werden. Die Versicherung bezahlt jedoch nicht den Neupreis, Anschaffungspreis, sondern lediglich den Zeitwert der jeweils beschädigten Güter.

Kann im Nachgang der Verursacher des Wasserschadens ermittelt werden, kann die Haftpflichtversicherung des Mieters einen Regressanspruch beim Verursacher bzw. dessen Haftpflichtversicherung (falls vorhanden) stellen. Die Leistungen können auf diesem Wege zurückgefordert werden.

Für den Fall, dass der durch einen Wasserschaden geschädigte Mieter keine Hausratversicherung besitzt, können Kosten für entstandene Hausratschäden bei der Haftpflichtversicherung des Verursachers geltend gemacht werden.

Wasserschaden: Aufwandsentschädigung für Mieter

Neben dem Anspruch des Mieters auf Beseitigung der Schäden an seinen beschädigten Gütern und an der Wohnung, neben Ansprüchen auf eine angemessene Mietminderung, stehen dem Mieter weitere Aufwandsentschädigungen zu. Denn dem Mieter entstehen z. B. Aufwändung aus Räum- und Reinigungsarbeiten, zeitliche Kosten (Anwesenheit des Mieters, während Sanierungs-/Trocknungsarbeiten erfolgen). Für Räum- und Reinigungsarbeiten kann mit einem Stundensatz von 7,5€-10€ gerechnet werden. Des Weiteren werden dem Mieter Stromkosten für Trocknungsgeräte erstattet. Auch Kosten für ein Hotel oder Pension – falls die Wohnung durch den Wasserschaden ungebewohnbar geworden ist – können geltend gemacht werden. Muss der Mieter deswegen einen längeren Fahrtweg hinnehmen, steht ihm zudem eine Kilometerpauschale ab einem längeren Fahrtweg zu (in der Regel 30 Cent/km). Diese Aufwandsentschädigungen sind an kein Verschulden des Vermieters geknüpft.

Eine Elementarversicherung leistet dann, wenn die Schäden durch Einwirkung der Natur entstanden sind. Dies ist dann der Fall, wenn ein Wasserschaden durch einen sogenannten Rückstau verursacht wurde. In diesen Fällen werden Keller und/oder Wohnräume innerhalb kürzester Zeit mit Abwässern überschwemmt. Ein wahrer Alptraum! Dabei können starke Schäden an Ihrem Hausrat und Bausubstanz Ihrer Wohnung/Hauses entstehen. Mit der Entstehung von Rückstau und geeigneten Schutzmaßnahmen vor Rückstau haben wir uns intensiv in einem separaten Artikel beschäftigt.

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