Der große Schimmelratgeber

Was hilft gegen Schimmel?

Herzlich Willkommen! Folgen Sie mir und lernen Sie die Tipps und Tricks zur effektiven und nachhaltigen Schimmelbekämpfung kennen. Schützen Sie sich und Ihre Familie vor den gesundheitlichen Folgen eines Schimmelbefalls in Ihrem Zuhause, bekämpfen Sie Schimmel mit Köpfchen.

Schimmel bekämpfen!

Inhaltsverzeichnis

Schimmel - die unterschätzte Gefahr

Schimmel in Wohnungen – nur ein lästiger Störenfried fürs Auge oder doch ein gesundheitliches Risiko? Schimmel in Wohnungen ist längst zu einem Alltagsproblem vieler Haushalte (in Deutschland) geworden. Schimmelbildung in Wohnräumen, Bädern, Kellern ist kein Randphänomen. Vielmehr sind schätzungsweise zwei von drei Haushalten von Schimmel betroffen (WiWo 2018) https://www.wiwo.de/finanzen/immobilien/zwei-von-drei-haushalten-betroffen-versteckten-schimmel-entdecken-und-bekaempfen/23663208.html Laut Wissenschaftlern der Universität Jena sind etwa 15 Millionen Menschen in Deutschland von Schimmelbefall in der Wohnung betroffen. Nicht immer ist Schimmel sofort für das menschliche Auge erkennbar. Schimmel kann sich auch versteckt (z. B. hinter Möbeln) über längere Zeiträume ausbilden. Erst wenn Schimmel in Form von sichtbaren Flecken an Wänden, Zimmerecken oder Badfugen sichtbar wird bzw. dieser sich durch einen modrigen, „komischen“ Geruch bemerkbar macht, stellen sich Betroffene die wichtigen Fragen:

  • Wie entsteht Schimmel? Welche Schimmelarten gibt es?
  • Was kann man gegen Schimmelbefall tun?
  • Wie entferne ich Schimmel effektiv und dauerhaft?
  • Auf welche Schimmelentferner kann ich mich verlassen?
  • Welchen gesundheitlichen Risiken bin ich bzw. meine Familie ausgesetzt?
  • Durch welches Verhalten kann ich Schimmel in den eigenen vier Wänden vorbeugen?
  • Wie lüfte ich richtig?
  • Welche Beratungsmöglichkeiten gibt es?
  • Welche Rechte und Pflichten habe ich als Mieter bzw. Vermieter? Ist Schimmel ein Grund für eine Mietminderung?

Auf dieser Website möchten wir die häufigsten Fragen rund um den Schimmelbefall in Wohnungen aufgreifen. Wir zeigen Ihnen, wie Schimmel im Akutfall schnell und günstig entfernt werden kann und wie sie einen Schimmelbefall erst gar nicht entstehen lassen.

Was ist Schimmel?

Schimmelkeime und -sporen sind an und für sich nicht gesundheitlich gefährlich. Dort wo es Menschen gibt, trifft man auch auf Schimmelsporen bzw. auf Schimmelpilze – sie gehören zu unserem Leben. Die Mehrzahl der Schimmelpilze lebt neben dem Menschen, ist für uns unauffällig. Manche Pilzarten sind sogar erwünscht, man denke an Schimmelkäse. Andere Schimmelpilzarten sind als Parasiten für den Menschen gesundheitlich schädlich, beispielsweise Schimmelpilze in verdorbenen Lebensmitteln. Jeder von uns kennt sie als farbige Sporen auf verdorbenen Lebensmitteln wie auf Brot und Obst.

 

 

Finden Schimmelsporen einen passenden Nährboden (z. B. Tapeten, Holz, Kleister und generell organisches Material wie Kohlenhydrate, Fette, Proteine), der ausreichend lange relativ feucht ist, bestehen gute Chancen, dass sich ein Schimmelpilz ausgebildet. Feuchtigkeit gilt als Voraussetzung für die Schimmelpilzbildung. Deswegen findet man sichtbaren und unsichtbaren Schimmel besonders in Bädern, in deren Fugen, in Zimmerecken, hinter Möbeln, an Fensterkanten, in feuchten Kellern, Fußböden. Eine weitere Voraussetzung für die Bildung von Schimmelpilzen sind niedrige Temperaturen wie sie insbesondere an den Innenseiten von Außenwänden herrschen. In Wohnräumen bildet sich Schimmel vor allem an schlecht belüfteten Stellen an den Wänden, wenn z. B. ein großes Möbelstück zu dicht an der Wand steht. Auch große Temperaturschwankungen in verschiedenen Räumen können zur Schimmelpilzbildung beitragen.

Schimmelwachstum wird begünstigt durch.

1.       Feuchtigkeit
2.       Sauerstoff
3.       Wärme
4.       Einen geeigneter Nährboden (z. B. Lebensmittel, Holz, Putz, Teppich, Fensterlaibungen, Silikonfugen)

Schimmel ist (anfangs) für das menschliche Auge nicht erkennbar. Sichtbarer Schimmel besteht aus Schimmelsporen und Pilzfäden. Ohne Maßnahmen zur Schimmelentfernung kann sich dieser schnell zu einem großflächigen Schimmelpilzbefall – zu einem Pilzteppich – entwickeln. Deswegen wird empfohlen, sofort Maßnahmen zur Schimmelentfernung und -bekämpfung zu ergreifen, um gesundheitliche Risiken zu minimieren.

Welche Schimmelarten gibt es?

Im Volksmund wird häufig davon ausgegangen, dass die Farbe des Schimmels eine Aussage über dessen gesundheitliche Gefahr für den Menschen zulassen würde. Dass dies ein Irrglaube ist, möchten wir im Folgenden aufzeigen.

Grundsätzlich gilt: Jeder Schimmel – unabhängig von dessen Farbe – sollte unverzüglich professionell, effektiv und nachhaltig behandelt werden. Eine Entfernung ist immer anzuraten, unabhängig ob der Schimmel als schwarz, rot, grün, rot oder gelb erscheint.

Nichtdestotrotz erlauben die Farben des Schimmels gewisse Rückschlüsse:

Schwarzer Schimmel

Landläufig gilt besonders der schwarze Schimmel (auch als Gießkannenschimmel oder Schwarzschimmel bzw. Aspergillus niger bezeichnet) als der gefährlichste der Schimmelarten in Wohnräumen. Dabei handelt es sich beim
schwarzen Schimmel um keine spezifische Art oder Gattung eines Schimmelpilzes, sondern kann aus einer Vielzahl an Schimmelarten und Schimmelgattung hervorgehen. Wie alle Schimmelarten wird er durch Feuchtigkeitsprobleme in der Bausubstanz begünstigt bzw. bedingt. Als bekannteste Erscheinungsform tritt der
schwarze Schimmel vor allem am oder im Mauerwerk, in oder am Putz, an Tapeten, an Fliesenfugen auf, aber auch in oder an verdorbenen Lebensmitteln ist der schwarze Schimmel gängig. Feuchte Nährböden bieten dem schwarzen Schimmel das ideale Substrat für sein Wachstum. Der Schwarzschimmel benötigt für sein Wachstum keine besonders hohen Temperaturen. Er kann sich bereits ab einer Temperatur von 6 °C ausbilden und vermehren. Deswegen ist der schwarze Schimmel besonders an kalten Stellen des Hauses zu finden wie Kellerräume. Der schwarze Schimmel stellt ein hohes gesundheitliches Risiko für den menschlichen
Organismus dar. Diverse Allergien und Nierenerkrankungen können durch den Schwarzschimmel verursacht werden, weshalb eine sofortige Entfernung des Schimmels empfohlen wird.

Wichtig: Ob faktisch ein Befall mit schwarzem Schimmel vorliegt, ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Aufschluss über die Schimmelart kann nur eine Analyse in einem Labor geben. Oft ist die Farbe des Untergrunds, auf dem ein Schimmel wächst, für die Farbgebung des Schimmels selbst verantwortlich.

Grüner Schimmel

Der grüne Schimmel (zumeist Aspergillus fumigatus, Gattung der Gießkannenschimmel) ist in deutschen Wohnräumen ebenfalls stark verbreitet. Auch er tritt besonders an feuchten Wänden und Decken, aber auch an verdorbenen Lebensmitteln auf. Der grüne Schimmel breitet sich schnell aus und kann auch große Flächen besiedeln. Meist tritt der grüne Schimmel in einer flauschigen Form auf. Aufgrund seiner grünen Farbe kann er mit einem Algenbefall verwechselt werden.

Merke: Um einen Befall von grünem Schimmel nicht mit einem Algenbefall zu verwechseln, kann die Konsistenz als Indiz zur Einordnung des Befalls herangezogen werden. Algen sind meist weniger oder gar nicht flauschig – im Gegensatz zum grünen Schimmel. Außerdem breitet sich der grüne Schimmelpilz meist in Kolonien und nicht großflächig (wie Algen) aus.

Wie bei allen Schimmelarten sind besonders feuchte Räume wie Bäder, Küchen und deren Fugen und schlecht belüfteten Stellen gefährdet. Der grüne Schimmel setzt verschiedene Mytokoxine (Gifte des Schimmelpilzes) frei. Dadurch können bei Menschen Allergien, Asthma, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und Immunschwächungen verursacht werden.

Wichtig: Schimmelpilze stellen nicht nur ein gesundheitliches Risiko für die menschlichen Bewohnerinnen und Bewohner eines Haushalts dar, sondern auch für Haustiere!

Weißer Schimmel

Der weiße Schimmel wird aufgrund seiner weißen Farbe vor allem auf weißen Untergründen wie Putz oder Wänden mit weißer Wandfarbe häufig erst spät entdeckt und kann sich dadurch unter Umständen relativ lange ungestört vermehren. Erst nach einer gewissen Zeit verfärbt sich der weiße Schimmel, um dann auf der Wandoberfläche sichtbar zu werden.

Die Erfahrung zeigt, dass weißer Schimmel oft mit Verkrustungen von Salzen an Ziegelsteinen und Putzen (z. B. an Kellerwänden) verwechselt wird. Durch eingetretene Feuchtigkeit in einer Wand können sich aus den Baustoffen in der Wand Salze lösen. Wenn sie an der Oberfläche der Wand trocknen, kristallisieren Salze. Schnelltestlink

Ein Indiz für den Befall mit weißem Schimmel ist ein modriger Geruch und ein stärkeres Vorkommen von Kellerasseln, Staubläusen und Silberfischen. Diese Tierchen treten nämlich insbesondere in feuchten Umgebungen auf. Ursachen für den Befall mit weißem Schimmel sind besonders schlecht Belüftung bzw. zu niedrige Beheizung, starke Feuchtigkeit in Räumen, bauliche Mängel wie Wasserschäden.

Ein Befall mit weißem Schimmel kann abschließend nur durch eine Laboranalyse festgestellt werden. Einen ersten Anhaltspunkt für einen Schimmelbefall kann ein günstiger Schimmelschnelltest geben.

Weißer Schimmel kann zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen. Hierzu zählen insbesondere Kopfschmerzen, Lungenerkrankungen, Allergien, Schwächung des Immunsystems, Magen-Darm-Probleme.

Wichtig: Weißer Schimmel kann wie alle Schimmelarten – unabhängig von deren Farbe – zu gesundheitlichen Schädigungen führen. Ein Befall mit weißem Schimmel erfordert eine unverzügliche und fachgerechte Entfernung des Schimmels.

Roter Schimmel

Der rote Schimmel (auch als Neuropspora sitophilo bekannt) gilt auch als Bäckerschimmel, da er für verschiedene Atemwegserkrankungen bei Bäckern verantwortlich gemacht wird. Er siedelt sich besonders häufig auf Getreide und dessen Erzeugnissen an, woher auch sein charakteristischer Name stammt. Für die Vermehrung benötigt er Zellulose wie Holz, Papier und Karton (auch Rigips). Man findet ihn deswegen vor allem auf Tapeten, die ihm eine geeignete Nahrungsquelle bieten. Wegen seiner rötlichen Färbung kann man ihn in Wohnräumen besonders gut auf weißen Untergründen wie Wänden erkennen. Der rote Schimmel kann – wie alle Schimmelarten – zusammen mit anderen Schimmelgattung auftreten. Seine Konsistenz ist häufig schleimig, teilweise auch flaumig.

Der rote Schimmel tritt in Wohnräumen besonders in Bäder, Küchen auf (vor allem bei schlechter Belüftung und hoher Feuchtigkeit). „Beliebte“ Stellen sind etwa Fugen oder Stellen unterhalb der Dunstabzugshaube.

Wichtig: Der rote Schimmel kann schwere Lungenerkrankungen auslösen. Eine fachgerechte und sofortige Schimmelentfernung wird empfohlen.

Gelber Schimmel

Der gelbe Schimmel ist auch als „Aspergillus flavus“ bekannt und tritt in Wohnräumen in gelber, bis hin bräunlicher Färbung auf. Er befällt besonders Lebensmittel, die viel Stärke enthalten, also beispielsweise Nüsse oder Getreide. Die Konsistenz des gelben Schimmels ist meist trocken oder auch schmierig. In Wohnräumen vermehrt er sich vor allem an feuchten Stellen, an Pflanzenerde, im oder am Mauerwerk, an Möbeln und Teppichen, an Fenstern. Der gelbe Schimmel tritt in Deutschland eher selten auf, ist dafür jedoch stark gesundheitsgefährdend für den Menschen. Der gelbe Schimmel kann beim Menschen Allergien, Leberkrebs, Nierenschäden und Herzversagen verursachen.

Grundsätzlich gilt: Schimmel kann im Laufe seines Wachstums seine Farbe ändern. Rückschlüsse, die alleine auf der Farbe des Schimmels beruhen, verbieten sich damit.

Ursachen finden – Schimmel nachhaltig vermeiden

Für eine erfolgreiche Schimmelentfernung müssen die Ursachen gefunden werden, die zu einem Schimmelbefall führten. Nur so kann Schimmel auf dauerhaft und nachhaltig vermieden werden. Es gibt eine Vielzahl an Produkten zur günstigen und schnellen Schimmelentfernung. Auf deren Vorteile und Nachteile kommen wir später zu sprechen.

Eingangs haben wir festgestellt, dass Schimmelwachstum an vier Bedingungen geknüpft ist:

Zum Wachsen benötigt Schimmel:

1.       Feuchtigkeit
2.       Sauerstoff
3.       Wärme
4.       Einen geeigneter Nährboden (z. B. Lebensmittel, Holz, Putz, Teppich, Fensterlaibungen, Silikonfugen)

Wie steht es mit dem Sauerstoff? Natürlich können wir einem Schimmelpilz nicht den Sauerstoff entziehen, da wir ihn selbst zum Atmen benötigen.

Auch möchten wir nicht in kalten Wohnungen leben, weswegen wir auch die Wärme nur bedingt beeinflussen können. Nun bleiben nur noch zwei Faktoren übrig, auf die wir Einfluss nehmen können: Die Feuchtigkeit und der jeweilige Nährboden.

Feuchtigkeit - sorgen Sie für das richtige Klima!

Falsches Lüften

Eine der häufigsten Ursachen für Schimmelbildung ist das falsche bzw. unzureichende Lüften von Wohnräumen. Gleichzeitig gilt das richtige Lüften als entscheidende Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung von Schimmel. Zur Vorbeugung von Schimmelbildung ist es notwendig, die entstandene Feuchtigkeit nach außen zu transportieren.

Jeder Mensch trägt alleine durch seinen/ihren Atmen dazu bei, dass die Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen steigt. So werden beispielsweise in einem Dreipersonenhaushalt täglich etwa 6 bis 14kg Wasser freigesetzt. Auch durch das Duschen, Trocknen von Wäsche innerhalb der Wohnung und Kochen werden beträchtliche Mengen an Feuchtigkeit freigesetzt, die häufiges Lüften erfordern.

Wir empfehlen, Wohnräume alle paar Stunden für drei bis fünf Minuten zu öffnen. Dabei sollten möglichst alle Fenster weit geöffnet und „quergelüftet“ werden. Dies ist deutlich effektiver als das Lüften mit gekippten Fenstern, wie folgende Tabelle zeigt.

Die Lüftungstabelle

Lüftungsart

Ungefähre Dauer der Lüftung, um einen Luftwechsel zu erzielen

Fenster und gegenüberliegende Tür/Fenster ganz offen = „Querlüften“

1 bis 5 Minuten

Fenster komplett offen = „Stoßlüften“

5 bis 10 Minuten

Fenster halb offen

10 bis 15 Minuten

Fenster gekippt und gegenüberliegende Tür komplett offen = „Querlüften“

15 bis 30 Minuten

Fenster gekippt

30 bis 60 Minuten

Quelle: Stadt Gießen. Schimmel – was ist das?

Weiterhin gilt es zu beachten, dass die Lüftungsdauer von den Jahreszeiten abhängig ist. So genügt im Winter bereits eine mehrminütige Lüftung, in den Sommermonaten kann die ausreichende Lüftungsdauer um ein Vielfaches höher liegen.

Falsches Heizen

Grundsätzlich kann festgehalten werden: Je höher die Zimmertemperatur, desto niedriger ist auch die Luftfeuchtigkeit. Deswegen kann es zur Schimmelvorbeugung bereits beitragen, die Luft innerhalb der Wohnräume trocken zu halten, indem etwas stärker geheizt wird. Es sollte stets vermieden werden, Wohnräume auskühlen zu lassen – auch wenn sie tagsüber nicht genutzt werden.

Wärmeübergang

Es gilt: Je kälter das Mauerwerk (die Grenzschicht zur Wand) ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Wasserdampf niederschlägt. Gerade Stellen, an denen eine unzureichende Luftzirkulation und Erwärmung der Luft stattfinden kann, entsteht vermehrt Schimmel. So ist das Wachstum von Schimmel in Raumecken, an Wandflächen hinter Möbelstücken (z. B. Wandschrank) wahrscheinlicher, da sie kühler sind als besser belüftete Flächen.

Wärmedurchgangskoeffizient: Je niedriger die Außentemperaturen sind, desto stärker fließt Wärme durch Außenwände und Fenster ab. Wie viel Wärme verloren geht, ist abhängig vom Wärmekoeffizienten (k-Wert) eines Bauteils. Je kleiner der k-Wert, desto besser ist die Wärmedämmung.

Baumängel und -fehler

Bauliche Mängel und Fehler können zur Durchfeuchtung von Wänden führen und Schimmelbildung bedingen.

Beispiele:

  • Dampfdichte Außenhaut
  • Außenwand mit Thermotapete
  • Falsche Dämmmaßnahmen
  • Nichtgedämmte Kaltwasserrohre
  • Fehlende oder falsche vertikale Sperre
  • Gerissener Putz
  • Mangelhafte Dämmeigenschaften von Materialien

Können bauliche Mängel als Ursache des Schimmels in einer Mietwohnung festgestellt werden (und falsches Lüften, Heizen ausgeschlossen werden), sollte der/die Mieter/Mieterin zusätzlich zur Anzeige der Mängel unter Fristsetzung auffordern, den Schimmelbefall zu beseitigen. Kommt der/die Vermieter/Vermieterin dieser Aufforderung nicht nach, kann dies eine Mietminderung begründen.

Kondenswasserbildung

Besonders im Winter kennen wir es alle: die Fenster in unseren Wohnräumen beschlagen, Kondenswasser bildet sich an den Fensterscheiben und sammelt sich am unteren Fensterrahmen. Dieser Effekt ist leicht zu erklären: Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasser nimmt sie auf. Wenn nun die warme Luft auf das kalte Fenster trifft, kühlt sie ab und verliert Wasser – es bildet sich Kondenswasser. Das Fenster ist besonders in der kalten Jahreszeit die kälteste Stelle eines Wohnraums, wodurch es an dieser Stelle feucht wird. Erkennt man Kondenswasser an der Fensterscheibe, muss dringend gelüftet werden. Insbesondere an energieeffizienten Fenstern, die eine Luftdiffusion unterbinden, kann bei unzureichender Lüftung Schimmel entstehen.

Doch auch ohne Kondenswasser kann einem Schimmelpilz ein geeigneter Nährboden bereitet werden. Man geht davon aus, dass bereits bei einer Luftfeuchtigkeit von 80% Schimmelpilze wachsen können – und zwar zunächst unsichtbar für das menschliche Auge. Bei schlecht gedämmten Wohnräumen kann sogar bereits bei 50% Luftfeuchtigkeit Schimmel entstehen. Es hängt somit stets von den jeweiligen baulichen und räumlichen Gegebenheiten ab.

Wichtig ist, die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren. Ein sogenanntes Hygrometer gibt es bereits für etwa 10€ in Baumärkten und kann eine entscheidende Präventionsmaßnahme sein.

Defekte Dächer

Einige Beispiele hierzu:

  • Schimmel am feuchten Schornstein
  • Undichtigkeit, in der Folge regnet es in das Dach
  • Feuchtes eingebautes Bauholz
  • Undichte Dachluke
  • Schimmel in der Wärmedämmung
  • Dampfbremse undicht

Beschädigte Dachrinnen und Fallrohre

Durch eine beschädigte Dachrinne kann Feuchtigkeit in das Mauerwerk gelangen und Putzschäden am Haus entstehen.

Ungenügende Bautrocknung

In diesem Falle muss nachgetrocknet werden. Es kann notwendig sein, die betroffenen Wände in den Rohbauzustand zu versetzt, die Wände vollständig auszutrocknen und erst nach vollständiger Austrocknung erneut zu tapezieren, verputzen und zu streichen.

Überschwemmung

Gerade nach einem Hochwasser und in der Folge eindringendem Wasser in Wohnräume oder Keller besteht die Gefahr der Schimmelentstehung. Sollte sich in Folge einer Überschwemmung Schimmel gebildet haben, es ist entscheidend, die betroffenen Bauteile so schnell wie möglich zu trocknen. Von Heißluftgeräten ist jedoch abzusehen, da sie zu viele Schimmelsporen im Haus verteilen. Stattdessen eigenen sich Geräte zur technischen Bautrocknung, die die feuchte Luft kondensieren, im Gerät sammeln und dadurch entsorgt werden kann.

Schimmelfarbe und Putze gegen Schimmel

Putze und Farben

Neben der Feuchtigkeit ist es auch möglich, Schimmel vorzubeugen, indem spezielle allergiefreundliche und schimmelfeindliche Putze und Wandfarben verwendet werden. Verwendet werden können etwa Silikatputze und Silikatfarben. Silikatputze sind recht kostspielig und bei ihrer Verarbeitung gilt es, Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille zu tragen. Silikatputz ist für Augen und Haut ätzend. Auch sollte Silikatputz nicht in Kontakt mit Fliesen, Glas und ähnlichen Oberflächen kommen, da dadurch die Oberflächen beschädigt würden.

Nach dem Trocknen geht vom Silikatputz jedoch keine Gefahr aus. Er kann sogar für Kinderzimmer und ähnlich sensible Räume verwendet werden. Sein großer Vorteil ist der hohe pH-Wert, der Schimmelpilzen die Ansiedlung und das Wachstum erschwert bzw. verhindert. Grundsätzlich mögen Schimmelpilze alkalische Milieus nicht.

Das bedeutet jedoch nicht, Silikatputze als Allzweckwaffe gegen Schimmel zu betrachten. Es gilt stets, den wahren Ursachen auf den Grund zu gehen. Ist etwa die darunterliegende Wand nach wie vor feucht, kann der Schimmel trotz Silikatputz durchschlagen. Empfehlenswert ist es deswegen, Wände zunächst komplett zu trocknen und Putz zunächst dünn aufzutragen, um abzuwarten, ob er erneut auftritt.

Ein Überstrich einer mit Schimmel befallenden Wand sollte niemals lediglich mit gewöhnlicher Wandfarbe erfolgen. Eine Ursachenforschung, vollständige Entfernung der kontaminierten Stellen/Teile ist notwendig. Lassen Sie sich ggf. von einem Malerfachbetrieb, Sachverständigen beraten!

Der richtige Putz zur Schimmelvorbeugung

Mineralische Putze können vorbeugend gegen einen Schimmelbefall wirken. Vorteile von Mineralputzen ist es, dass sie feuchtigkeitsregulierend, dampfdurchlässig sind. Beispielsweise kann der Rotkalk von Knauf eine relativ große Menge von Wasser aus der Umgebungsluft aufnehmen, welche bei Bedarf wieder abgegeben wird. Diese Art von Austausch ist eine vorbeugende Maßnahme gegen Schimmel. Der Rotkalk bietet mit einem hohen alkalischen pH-Wert von mehr als zwölf einen natürlichen Schutz gegen Schimmel und Mikroorganismen an Wänden. Giftige Stoffe wie Formaldehyd, Stickstoff und Kohlenwasserstoffverbindungen sowie flüchtige organische Verbindungen werden von Rotkalk aktiv abgebaut, die Luftqualität wird besser. Jedoch entbindet die Verwendung des Rotkalks nicht davon, die Wände trocken zu legen bzw. möglichst trocken zu halten, auf die Aufstellung der Möbel zu achten und vor allem regelmäßig sinnvoll querzulüften sowie ausreichend zu heizen. 

Richtige Farbe zur Schimmelvorbeugung

Im Handel werden spezielle Antischimmelfarben propagiert. Farben auf Dispersionsbasis enthalten fungizide Additive, um gegen Schimmel vorzubeugen. Das heißt, dass diese Farben auch immer chemische Zusätze enthalten, die unserer Ansicht nach nicht unbedingt notwendig sind, um wirksam gegen Schimmel vorzubeugen.

Silikatfarbe hingegen benötigt keine chemischen Zusätze, da sie stark alkalisch ist und dadurch das Entstehen von Schimmelpilzen (übrigens auch Algen und Moose) unterbindet. Silikatfarbe hat zudem die Eigenschaft, Feuchtigkeit aus der Raumluft zu binden und an anderer Stelle wieder abzugeben. Dadurch wird Schimmel auf natürliche Weise die Grundlage entzogen.

Darüber hinaus gilt dasselbe wie für Silikatputze: Silikatfarbe ist kein Allheilmittel oder keine Garantie gegen Schimmel. Es gelten die üblichen Verhaltensregeln in Sachen Lüften, Heizen, Aufstellen von Möbelstücken sowie für möglichst trockene Wände zu sorgen. Außerdem ist Silikatfarbe vergleichsweise teurer als Dispersionsfarbe und es gelten auch besondere Schutzmaßnahmen, die den jeweiligen Herstellerangaben zu entnehmen sind.

Schimmel in Wohnräumen – Schimmel lokalisieren

Sollten Sie in Ihren Wohnräumen Schimmel festgestellt haben (z. B. mittels eines Schimmeltests), empfiehlt es sich, den Schimmel möglichst zeitnah zu entfernen sowie übliche Schimmelschwerpunktstellen regelmäßig zu überprüfen. Denn nicht nur für Sie geht ein gesundheitliches Risiko im Falle eines Schimmelpilzbefalls aus, insbesondere Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen sind gefährdet.

Prüfen Sie deswegen also insbesondere regelmäßig:

  • Tapeten, vor allem in Ecken des Wohnraums
  • Innen- und Außenwände des Hauses/der Wohnung
  • Kellerräume (besonders im Sommer auf ausreichendes, regelmäßiges Lüften achten; am besten in frühen Morgenstunden)
  • Schlafzimmer auf muffigen Geruch prüfen
  • Schimmel im Badezimmer, Dusche, Badewanne (insbesondere Fugen prüfen)
  • Fensterrahmen auf Schimmelspuren prüfen
  • Stellen hinter großen Möbelstücken, die nahe an der Wand stehen
  • Aquarien (nicht ohne Abdeckung betreiben, um Wohnräume nicht weiter zu befeuchten)
  • Feuchte Blumenerde kontrollieren
  • Wäsche im Freien trocknen

Dies ist keine abschließende Liste. Schimmel kann potenziell überall auftreten.

Bei Sanierungen und Neubauten sind folgende Auflagen zu erfüllen:

  • Mindestwärmeschutz (DIN 4108-2:2001-03)
  • Schutz vor Schlagregen (DIN 4108-3)
  • Abdichtung gegenüber aufsteigender Bodenfeuchte (DIN 18195)

Gesundheitliche Risiken bei Schimmelbefall

Gesundheitliche Risiken

Für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen (z. B. Immunschwäche, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen) geht ein besonderes Risiko von einem Schimmelpilzbefall aus. Da es Kindern noch an Abwehrkräften gegen Fungizide fehlt, sind sie besonders zu schützen.

Das Tückische an Symptomen, die aus einem Schimmelpilzbefall resultieren, ist, dass sie oftmals nicht direkt auf diesen hinweisen und auch durch andere Krankheiten hervorgerufen werden können. Ein Schimmelpilz muss also zunächst einmal als Ursache für Beschwerden erkannt werden. Zu den Symptomen zählen insbesondere:

  • Allergische Reaktionen, Asthma, Bronchitis, Reizhusten
  • Husten, Schluckbeschwerden, Kratzen im Hals
  • Magen-Darm-Probleme
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen
  • Gerötete Augen, Augenjucken
  • Hautausschlag, Ekzeme, Rötungen
  • Lungen- und Herzkrankheiten
  • Infektionskrankheiten

Eine Reihe von Schimmelpilzen produzieren starke Giftstoffe, die massive Krankheiten hervorrufen können. Für mit Asthma vorerkrankte Menschen gilt, dass Schimmelpilze Asthmabeschwerden weiterhin massiv verschlimmern können.

Das Finden der Schimmelursachen und vollständige Entfernung von Schimmel in Wohnräumen ist deswegen von größer Bedeutung!

Schimmel in der Wohnung – Feuchtigkeit messen, Wände trocknen

Um zu prüfen, ob eine Wand von Schimmel betroffen sein könnte, empfiehlt es sich, zunächst die relative Feuchtigkeit der Wand zu messen. Mit dem Feuchtigkeitsmessergerät sollte man mehrere Messungen an den vermutlich betroffenen Stellen durchführen und den Mittelwert der Resultate berechnen. Batteriebetriebene Feuchtigkeitsmessergeräte messen die Feuchtigkeit der Wand üblicherweise in einer Eindringtiefe von 5 bis 30 mm. Das Ergebnis der Messung wird im Bereich 0 bis 100 Digits (relative Feuchtigkeit) angezeigt. Dabei handelt es sich um keine Maßeinheit, sondern um einen Skalenwert, der angibt, ob einer Wand eher stark oder schwach durchfeuchtet ist. Das Messergebnis ist stets gemäß der Herstellerangaben zu interferieren. So gelten laut mancher Herstellerangaben Wände mit gemessenen Werten von 80 bis 90 Digits als feucht. Ein weiterer wichtiger Wert ist die relative Luftfeuchte, die mittels eines Thermohygrometers gemessen werden kann.

Zur Trockenlegung von Wänden werden unter anderem Horizontalsperren durch Injektionen errichtet. https://www.deutsche-bauvermittlung.de/blog/injektionsverfahren/

Schimmelspürhund - mit feiner Nase auf der Spur des Schimmels

Zur Aufspürung eines versteckten Schimmelbefalls in Häusern und Wohnungen kommen üblicherweise auch Schimmelspürhunde zum Einsatz. Dabei erstreckt sich der Einsatz eines Schimmelhunds auf verschiedene Anwendungsfelder Quelle https://bausachverstaendige.info/schimmelhund-kosten/ :

  • Bei Verdacht eines Schimmelbefalls
  • Bei ungeklärtem Krankheitsbefund
  • Nach Chemotherapie oder Transplantationen
  • Bei modrigem Geruch im Haus/Wohnung, der keiner Ursache zugeordnet werden kann
  • Vor dem Kauf einer Immobilie, bei Verdacht auf Schimmelbefall
  • Zur Vermeidung von Fehlkäufen
  • Nach Wasserschäden (z. B. Hochwasser)
  • Für Hausverwaltungen, um eine schimmelfreie Wohnung zu übergeben

Der Einsatz eines Schimmespürlhundes kostet ab 200€ zzgl. Fahrtkosten, wobei ein solcher Hund lediglich eine Fahrtzeit von maximal zwei Stunden aushält. Ein Schimmelgutachter kann weitere Kosten verursachen.

Ein Schimmelhund ist deswegen so nützlich, da er exakt angeben kann, welche Stellen von Schimmel betroffen sind. Dadurch können großflächige Sanierungsmaßnahmen ggf. vermieden werden. Des Weiteren ermöglich ein Schimmelspürhund, auch für Menschen nichtsichtbare von Schimmel befallene Stellen zu lokalisieren. Somit kann ein Schimmelspürhund zusätzliche schimmelige Stellen erkennen, die für Menschen unsichtbar geblieben wären. So kann es durchaus der Fall sein, dass bspw. ein schimmeliger Raum eines Hauses nicht der einzige ist. Dies trifft auch zu, wenn eine Schimmelstelle bereits im Vorfeld behandelt (zum Beispiel mit einem chlorhaltigen Schimmelentferner) wurde und ggf. erneuter Schimmel entstanden ist.

Der Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden des Umweltbundesamtes bemerkt zu Schimmelspürhunden etwa:

Schimmelspürhunde können helfen, verdeckten Schimmelbefall zu lokalisieren, da sie in der Lage sind, u.a. MVOC (mikrobiell verursachte flüchtige organische Verbindungen) bereits in geringen Konzentrationen zu riechen.

Weiterführende Informationen zu Schimmelspürhunden finden Sie unter: https://www.schimmelsuchhund-bayern.de/

Hier ein kleiner Einblick in die Arbeit eines Schimmelspürhundes:

Bautrockner

Bei Neubauten kommen häufig Bautrockner zur Anwendung. Auch bei akutem oder drohendem Schimmelbefall (etwa in Folge eines Wasserschadens) sind sie ein gängiges Mittel. Bautrockner heizen nicht, sie entziehen der Luft Feuchtigkeit und sorgen damit für trockene Luft im Raum.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Kondensationstrocknern und Adsorptionstrocknern. Kondensationstrockner kühlen die Luft ab, es entsteht ein Kondensat, das im Gerät aufgefangen wird und so entsorgt werden kann.  Adsorptionstrockner verfügen über spezielle Trockenmittel, um die Luft zu entfeuchten. Die Feuchtigkeit wird nicht in einem Behälter aufgegangen, sondern es entsteht sogenannte Regenerationsluft, die über einen Schlauch nach außen abgeführt werden muss. Die Stromkosten solcher Trockner sind immens, zumal sie häufig über Wochen laufen müssen.

Im Falle eines Wasserschadens gilt es zunächst zu klären, ob es sich bei dem Schaden um einen Versicherungsfall handelt. Nur wer im Falle eines Versicherungsschadens mit der Versicherung zusammenarbeitet und sich an die fachgerechten Maßnahmen im Falle eines Wasserschadens hält, kann erwarten, dass auch etwaige Folgeschäden wie Schimmel von der Versicherung übernommen werden. Welche Versicherungen im Fall eines Wasserschadens leisten, erfahren Sie hier:

https://www.check24.de/wohngebaeudeversicherung/wasserschaden/

Schimmel erkannt - wie entferne ich ihn?

Haben Sie in Ihren vier Wänden Schimmelsporen entdeckt – beispielsweise mittels eines Schimmelschnelltests – gilt es, diesen sofort mit einem Schimmelentferner behandeln. Dabei können Sie sich zwischen verschiedenen Produkten entscheiden. Im Handel basieren die meisten Antischimmelmittel auf Chlor (Natriumhypochlorit). So verspricht etwa der Schimmelentferner von Sagrotan „mehr als nur oberflächliche Sauberkeit. Der Schimmelentferner von Sagrotan vereint Sauberkeit mit Desinfektion und entfernt neben Schimmel auch Verfärbungen und schlechte Gerüche“. Außerdem soll er stark gegen Schimmel und Bakterien wirken, 99,9 Prozent der Bakterien entfernen und für alle Keramikoberflächen, alle feuchte Flächen geeignet sein.

In der Anwendung werden die zu reinigen Oberflächen vollständig eingesprüht. Nach einer 10-15-minütigen Einwirkzeit lassen sich mit einem Schwamm, einer Bürste die Stellen vollständig abwischen. Anschließend sollten die betroffenen Stellen gründlich mit klarem Wasser abgespült werden.

Ein chlorhaltiger Reiniger eignet sich insbesondere dafür, lästige Gerüche und Verfärbungen an Oberflächen zu entfernen. Dunkle Flecken an Badfugen etwa mag niemand – umso angenehmer erscheint es, diese mit einem chlorhaltigen Schimmelentferner wieder weiß zu bleichen. Reiniger wie diese eignen sich neben Waschbecken und Armaturen auch für Duschwände oder Badewannen.

Neben Produkten zur Sprühanwendung finden sich auch Schimmelentferner zum direkten Auftragen mit einem beiliegenden Pinsel. Der Schimmelentferner von AGO propagiert zudem, 15-18 Monte Schimmel vorbeugen zu können. Bei diesem Produkt wird der Schimmelentferner direkt mit einem Pinsel unverdünnt auf die schimmligen Stellen aufgetragen. Auf ausreichendes Lüften sollte aufgrund des Chlors geachtet werden. Der AGO Reiniger wirbt mit „Made in Germany“ und einem 17-jährigen Qualitätsmanagement. Auf ihrer Amazon-Website sind zahlreiche Vorher-Nachher-Bilder und verschieden Anwendungsfälle (Wände, Keller, Duschen, Fugen etc.) zu sehen. Das Konzentrat (deswegen empfiehlt sich ein sparsamer Auftrag) soll auf jedem Material anwendbar sein und bis zu 15 Monate wirken.

Im Gegensatz dazu wirbt der Schimmelentferner von Mellerud damit, ohne Chlor wirksam zu sein. Anstelle dessen enthält er Aktiv-Sauerstoff. Damit ist er im Gegensatz zu chlorhaltigen Reinigern geruchsneutral, weshalb der Hersteller die Anwendung auch in sensiblen Räumen (wie Schlafzimmer, Kinderzimmer) angibt. Der Reiniger entfernt Schimmelpilzansätze, Algen, Stockflecken, Bakterien, Sporen von Tapeten, Putz, Mauerwerk, Fugen, Fliesen, Holz, Stein und Kunststoff.

Zur Anwendung empfiehlt der Hersteller, betroffene Stellen nicht vorzubehandeln, sondern gleichmäßig aufzusprühen und mindestens eine Stunde einwirken zu lassen. Bei stärkerem Befall sollte die Einwirkzeit auf über Nacht ausgeweitet werden. Anschließend sind die betroffenen Stellen mit einem Schwamm/Tuch feucht abzuwischen, Ablagerungen zu entfernen. Da es sich hierbei um ein Biozidprodukt handelt, müssen die Sicherheitsbestimmungen zur korrekten Anwendung unbedingt eingehalten werden.

Schutz und Sicherheit im Umgang mit Schimmelentfernung

Da nicht nur der Schimmel selbst gesundheitsgefährdend für den Menschen sein kann, sondern auch die diversen Schimmelentferner, ist es besonders wichtig, Schimmel nur mit geeigneter Schutzausrüstung zu entfernen. So sind im Umgang mit Schimmelentfernern, z. B. chlorhaltigen Produkten, unbedingt Schutzhandschuhe oder Chemikalienhandschuhe zu tragen. Des Weiteren ist eine Atemschutzmaske und eine Schutzbrille zu tragen. Chlor zerstört mittels Oxidierung die Zellwände der Schimmelpilze sowie die Myzel, die aus den Sporen hervorgehen. Chlor ist jedoch nicht nur für Schimmel schädlich, sondern vor allem für den menschlichen Organismus. So reizen Chlordämpfe die Atemwege, weshalb eine Atemschutzmaske in der Anwendung und anschließendes intensives Lüften der betroffenen Räume unumgänglich ist. Eine Schutzbrille muss getragen werden, da selbst kleinste Spritzer des Chlorreinigers für die Augen schädlich sind. Schutzhandschuhe sollten den gesamten Arm bedecken bzw. ist eine langärmliche Kleidung zu tragen (da Chlor Textilien bleicht, sollten „alte Klamotten“ getragen werden bzw. ein Schutzanzug, den es bereits für wenige Euros zu kaufen gibt Des Weiteren darf Chlor niemals zusammen mit anderen Putzmitteln verwendet werden, da hieraus gefährliche (ggf. explosive) chemische Reaktionen entstehen können. Die Gefahr könnte bestehen, dass sich Chlorgas bildet, dessen Einatmung tödlich sein kann. Aufgrund seines intensiven Geruchs, den man aus Schwimmbädern in abgeschwächter Form kennt, ist intensives Lüften essenziell. Die Aufbewahrung von Chlorreinigern bzw. Schimmelentfernern muss unzugänglich von Kinderhänden erfolgen!

Hausmittel gegen Schimmel - was nützen sie?

Im Internet ist häufig die Rede von Haushalsmitteln gegen Schimmelbefall. Doch welche Wirkung haben sie tatsächlich? Reichen Haushaltsmittel gegen Schimmel aus, kann man mit einem Essigreiniger oder hochprozentigem Alkohol auf chemische Reiniger verzichten?

Eine kurze Antwort: Jein, es kommt vor allem auf den Untergrund und auf den Anwendungsfall an. Fest steht, Haushaltsmittel eignen sich zur Vorbeugung von Schimmel.

 

Essigreiniger – Essig – Essigessenz

Möchten Sie Essig gegen Schimmel einsetzen, gilt es zu beachten, dass normaler Lebensmittelessig lediglich einen Säureanteil von 5-10% aufweist und damit zur Schimmelbekämpfung ungeeignet ist. Wirksam ist Essigessenz bzw. Essigsäure, da dessen Säuregehalt (bis 60% empfehlenswert) deutlich höher ist. Für die Anwendung gilt es, Schutzhandschuhe und Schutzbrille zu tragen. Essigsäure mit einem Säuregehalt von über 60% sollten Sie nicht verwenden!

Der Vorteil von Essigessenz ist, dass sie in vielen Haushalten verfügbar ist, Anschaffungskosten erübrigen sich somit oftmals. Essigessenz hat einen deutlich milderen Geruch als beispielsweise chlorhaltige Reiniger, sie ist umweltfreundlich bzw. vollständig abbaubar und deutlich günstiger als chemische Schimmelentferner.

Allerdings gilt es zu beachten, dass Essigessenz gegen Schimmel nicht auf kalkhaltigen Untergründen (kalthaltige Wand z. B.) wirkt – im Gegenteil könnte man dem Schimmelpilz durch den Essig Nahrung zukommen lassen.

Die Antischimmel-Wirkung ist stark begrenzt. Die Schimmelbekämpfung ist nicht mit speziellen Reinigern zu vergleichen und kann deshalb nicht bei einer professionellen Schimmelentfernung zur Anwendung kommen.

Außerdem sollten Sie – wie bei jedem Reiniger – zuvor prüfen, ob sich Essigessenz mit den jeweiligen Untergründen „verträgt“, also ob es etwa zu Verfärbungen des Untergrunds kommt. Eine Anwendung zunächst an einer unauffälligen Stelle ist anzuraten.

FAZIT: Essigessenz ist ein hervorragender natürlicher Reiniger, zur Vorbeugung von Schimmel bei regelmäßiger Anwendung zu empfehlen. Auch bei leichtem Schimmelbefall auf nicht kalkhaltigen Untergründung kann Essigessenz wirkungsvoll sein. Bei stärkerem, großflächigerem Befall sollte hingegen von Essigessenz abgesehen werden.

Jeder kennt sie - Essiggurken. Mit diesem Essig wird sich jedoch wohl kaum Schimmel entfernen lassen. Aber wie sonst?
Essig gibt es in vielen verschiedenen Formen. Nur Essigessenz ist für die Schimmelbekämpfung geeignet
Ein Essigbaum - von ihm können Grundstoffe zur Schimmelbekämpfung stammen.
Schnaps
Hochprozentiges - für die Schimmelbekämpfung nicht hochprozentig genug und deswegen ungeeignet.
... Isopropanol 70% schon besser!

Alkohol und Spiritus zur Schimmelentfernung

Wie wir oben gesehen haben, gibt es Untergründe, auf denen Essigessen zur Schimmelentfernung nicht angewendet werden sollte. In diesen Fällen kann auf hochprozentigen Alkohol zurückgegriffen werden. Dabei ist es einerlei, ob Sie Spiritus, Isopropanol oder Ethylalkohol verwenden. Entscheidend ist, dass der Alkohol mindestens 70-prozentig ist.

Wie bei der Essigessenz ergeben sich beim Alkohol als Schimmelentferner folgende Vorteile gegenüber chemischen Reinigern:

  • Alkohol ist geruchsneutral
  • Alkohol kann zu keinen Verätzungen führen
  • Umweltfreundlich
  • Alkohol kann auf allen Untergründen angewandt werden

Jedoch sollten Sie als Sicherheitshinweis unbedingt beachten, während der Anwendung nicht zu rauchen, keine offene Flamme in der Nähe des Anwendungsgebiets zu haben, keine Funken. Außerdem verflüchtigt sich Alkohol schnell, sodass bei der Anwendung als Schimmelentferner nicht getrödelt werden sollte und häufig mehrmalige Anwendungen angeraten sind. Bitte beachten Sie auch, dass Sie auch durch Alkohol die Ursache der Schimmelbildung nicht aufheben können. Isopropanol können Sie beispielsweise in der Apotheke erwerben.

Bei der Schimmelentfernung gilt:

Grundsätzlich gilt, dass sämtliche Schimmelreiniger zur Selbstanwendung einen fachkundigen Experten (z. B. Maler, Bausachverständigen) bei einem massiven Befall nicht ersetzen können. In manchen Fällen ist der Ersatz von befallenem Material anzuraten. Dies sind jedoch stets Entscheidungen des Einzelfalls. Eine generelle Aussage über empfohlene Maßnahmen im Falle eines Schimmelbefalls können nicht getroffen werden. Wenn Sie sich unsicher fühlen, kontaktieren Sie in jedem Fall einen sachkundigen Experten in Ihrer Nähe. Schimmel kann Ihre Gesundheit stark gefährden.

Mit Schimmel befallene Wand

Was sagen die Testberichte über handelsübliche Schimmelreiniger?

Die Stiftung Warentest hat zuletzt 2013 20 Schimmelreiniger bzw. Schimmelentferner einer Untersuchung unterzogen. Kurz gesagt töten alle angebotenen Schimmelreiniger Schimmelpilze, Käuferinnen und Käufer sollten jedoch genau die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe beachten: So handelt es sich bei manchen Produkten um „Chemiekeulen“, denen zum Teil umweltfreundlichere und nebenwirkungsärmere Produkte – auch Hausmittel – gegenüberstehen, die bei einem leichteren Pilzbefall die erste Wahl sein sollten.

Wer also auf natürliche Mittel im Kampf gegen Schimmel setzen möchte, sollte zunächst auf Brennspiritus (als günstigste Lösung), Isopropylalkohol und Wasserstoffperoxid setzen.

Von den chemischen Produkten gegen Schimmel schnitt beispielsweise der FLT 1130 Schimmelentferner (ALC 5) besonders gut ab. Dieses Mittel enthält den Inhaltsstoff Benzalkoniumchlorid – der Test der Stiftung Warentest deutete außerdem darauf hin, dass es einen langfristigen Effekt zur Schimmelvorbeugung gibt.

Auch der Schimmel Vernichter MEM erhielt von der Stiftung Warentest ein positives Urteil:

Wer stattdessen lieber auf Wasserstoffperoxid – also auf ein Schimmelspray ohne Biozide und Chlor – setzen möchte, sollte sich das SchimmelX Schimmelspray einmal genauer ansehen. Der Vorteil gegenüber chlorhaltigen Reinigern ist eindeutig der nichtbeißende Geruch während und nach der Anwendung.

Schimmel in der Mietwohnung – Schimmel entfernen, Streit zwischen Mieter und Vermieter vermeiden

Bei einem Schimmelbefall in einer Mietwohnung kann es häufig zu einem handfesten Streit zwischen Mieter und Vermieter kommen. Dieser ist oftmals von Schuldzuweisungen geprägt: dem Mieter wird nicht selten vorgeworfen, falsch oder unzureichend gelüftet und geheizt zu haben und somit den Schimmelschaden verursacht zu haben. Dem Vermieter wird hingegen zumeist unterstellt, der Schimmelbefall habe bereits vor dem Einzug bestanden, die Ursache liege in der Bausubstanz der Immobilie und trete nun lediglich erneut auf.

Besonders problematisch an Schimmel ist, dass man ihn bei einer Wohnungsbesichtigung nicht unbedingt erkennen kann. Einmal weiß (selbst mit Schimmelfarbe) gestrichen und schon erscheinen die Wände als schimmelfrei. Dies dürfte natürlich eine große Ausnahme sein – denn kaum ein Vermieter setzt seine Mieter wissentlich einer Schimmelgefahr aus. Vielmehr sind sich auch Vermieter des Öfteren im Unklaren darüber, ob ihre Immobilie womöglich von Schimmel befallen ist, da dieser ja für das menschliche Auge nicht unbedingt sichtbar ist.

Schimmel macht sich in vielen Fällen erst bemerkbar, wenn einzelne Bewohnerinnen und Bewohner einer Immobilie plötzlich oder schleichend über gesundheitliche Beeinträchtigungen klagen. In diesen Fällen – also bei Verdacht auf Schimmelbefall – sollte der Vermieter unverzüglich über den Schimmelschaden in Kenntnis gesetzt werden. Zudem sollte eine angemessene Frist gesetzt werden, in der der Schaden behoben sein muss.

Einem Mieter wird folgendes Vorgehen empfohlen (Quelle: vgl. https://www.test.de/Schimmel-in-der-Wohnung-Diese-Rechte-haben-Mieter-5390912-0/):

  • Einen (Schimmel-)Schaden unverzüglich dem Vermieter anzuzeigen.
  • Schimmelstellen fotografieren, Entwicklung dokumentieren.
  • Nachbarn, Vormieter nach Feuchtigkeits-, Schimmelproblemen fragen
  • Eine angemessene Frist zur Beseitigung des Schadens zu setzen.
  • Unzureichende Maßnahmen zur Beseitigung des Schadens müssen nicht hingenommen werden.
  • Vielmehr sollte eine grundsätzliche und nachhaltige Beseitigung des/der Mängel gefordert werden.
  • Grundsätzlich empfiehlt sich für derartige Korrespondenzen die Schriftform.
  • Zusätzlich kann ein Fachanwalt für Mietrecht hinzugezogen werden. Dies empfiehlt sich insbesondere dann, wenn keine Einigung mit dem Vermieter abzusehen ist bzw. dem Schaden nicht (vollständig und nachhaltig) abgeholfen wird. RECHTSSCHUTZ

WICHTIG: Grundsätzlich obliegt es dem Vermieter, zu beweisen, dass ein Schimmelschaden nicht aufgrund mangelhafter bzw. unzureichender Bausubstanz entstanden ist. Erst wenn dieser Nachweis gelungen ist, hat der Mieter den Beweis zu erbringen, dass etwa nicht ausreichend bzw. unzureichend gelüftet oder geheizt wurde. Für diesen Nachweis kann ein Lüftungsprotokoll wichtige Dienste erweisen. Das Ausmaß des Lüftens muss sich jedoch in einem „vernünftigen Rahmen“ bewegen – so ist es einem Mieter nicht zumutbar, bei hohen Minustemperaturen über längere Zeiträume stoßzulüften.

Gehen Sie auf Nummer sicher, schützen Sie sich vor unberechtigten Vorwürfen und führen Sie ein Lüftungsprotokoll. Sichern Sie sich jetzt das Lüftungsprotokoll zum kostenlosen Download.

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Schimmel in der Wohnung entdeckt – darf ich die Miete mindern?

Grundsätzlich gilt, dass eine Mietminderung nur dann zulässig ist, wenn ein Mangel besteht. Dieser liegt dann vor, wenn der Schimmel den Nutzwert der Wohnung einschränkt. Dies kann in folgenden Fällen zutreffen:

  • Gesundheitsgefahr durch Schimmel
  • Optische Beeinträchtigung durch Schimmelbefall
  • Schimmelgeruch, Einschränkung der Wohnqualität

Wird Schimmel in einer Wohnung entdeckt, sind zumeist viele Emotionen im Spiel – besonders wenn der betroffene Haushalt von Kindern bewohnt wird. Hier gilt, dass es besonders wichtig ist, die Schimmelschäden zu dokumentieren (Fotos, Zeugen z. B.), sich eventuell auf einen Sachverständigen (z. B. Geruchsgutachten, Ortstermin durch einen Richter) zu berufen, um „objektive Fakten“ zu schaffen. Nicht immer sind Mietminderungen bzw. insbesondere die Höhe der Mietminderungen auch berechtigt. So besteht für den Mieter die Gefahr, die Mieter unzulässigerweise zu stark zu mindern. Wer also beispielsweise bei einem Schimmelbefall eine Minderung um 60% veranschlagt, im Nachgang jedoch festgestellt wird, dass lediglich eine Kürzung von 20% angemessen gewesen wäre, geht ein enormes Risiko ein. Denn in diesem Fall wären Zahlungsrückstände entstanden. Ab einer Monatsmiete und einem Cent Zahlungsrückstand kann der Vermieter sogar zu einer ordentlichen Kündigung berechtigt sein. https://www.test.de/Schimmel-in-der-Wohnung-Diese-Rechte-haben-Mieter-5390912-0/

Grundsätzlich gilt: Die Frage „Mietminderung oder nicht“ entscheidet sich daran, wer für den Schimmelbefall verantwortlich ist. Kann der Vermieter dem Mieter etwa nachweisen, dass dieser unzureichend oder falsch gelüftet/geheizt hat (dies ist beispielsweise mittels eines Fachgutachtens möglich), wird von Eigenverschuldung oder mindestens Mitschuld des Mieters ausgegangen. Es kann zudem von Vorsatz oder Fahrlässigkeit ausgegangen werden, wenn der Mieter die Wohnung in nichtüblicher, unsachgemäßer Weise nutzt (z. B. Whirlpool im Schlafzimmer, große nicht abgedeckte Aquarien).

Was sagt das Gesetz zur Mietminderung bei Schimmel?

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 536 Mietminderung bei Sach- und Rechtsmängeln

(1) Hat die Mietsache zur Zeit der Überlassung an den Mieter einen Mangel, der ihre Tauglichkeit zum vertragsgemäßen Gebrauch aufhebt, oder entsteht während der Mietzeit ein solcher Mangel, so ist der Mieter für die Zeit, in der die Tauglichkeit aufgehoben ist, von der Entrichtung der Miete befreit. Für die Zeit, während der die Tauglichkeit gemindert ist, hat er nur eine angemessen herabgesetzte Miete zu entrichten. Eine unerhebliche Minderung der Tauglichkeit bleibt außer Betracht.

(1a) Für die Dauer von drei Monaten bleibt eine Minderung der Tauglichkeit außer Betracht, soweit diese auf Grund einer Maßnahme eintritt, die einer energetischen Modernisierung nach § 555b Nummer 1 dient.

(2) Absatz 1 Satz 1 und 2 gilt auch, wenn eine zugesicherte Eigenschaft fehlt oder später wegfällt.

(3) Wird dem Mieter der vertragsgemäße Gebrauch der Mietsache durch das Recht eines Dritten ganz oder zum Teil entzogen, so gelten die Absätze 1 und 2 entsprechend.

(4) Bei einem Mietverhältnis über Wohnraum ist eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung unwirksam.

Empfohlenes Vorgehen bei Schimmel in der Mietwohnung

Sagt Ihnen der Vermieter zu, den angezeigten Schaden bzw. Mangel baldmöglich zu beheben, können Sie davon absehen, die Mietzahlungen unter Vorbehalt zu entrichten. (auch zugunsten eines friedlichen Miteinanders).

Eine einvernehmliche Klärung zwischen Ihnen und Ihrem Vermieter ist stets einer rechtlichen, womöglich gerichtlichen, Auseinandersetzung vorzuziehen. Achten Sie dabei also stets auf ein vernünftiges Maß und Auswahl der (Rechts-)Mittel. Bitte denken Sie daran, dass auch Ihr Vermieter ein großes Interesse daran hat, die Substanz seiner Immobilie(n) zu erhalten. Es liegt (in der Regel) nicht in seinem Interesse, einen Schimmelbefall nur oberflächig zu behandeln und zu kaschieren.

Mieter sollten – statt die Miete zu mindern – die Miete unter Vorbehalt entrichten. Dies bedeutet, dass Sie es sich offenhalten, die Miete zu einem späteren Zeitpunkt (z. B. wegen eines Mangels, aus der eine Mietminderung resultiert) (anteilig) zurückzufordern.

Als Mieter haben Sie dem Vermieter mitzuteilen, dass Sie Ihre Mietzahlung unter Vorbehalt entrichten.

Wenn Sie die Miete für den aktuellen Monat bereits bezahlt haben, jedoch die Zahlung unter Vorbehalt erklären wollen, empfiehlt sich folgende Formulierung von https://www.promietrecht.de/Miete/Mietzahlung/Vorbehalt/Miete-unter-Vorbehalt-zahlen-ist-dem-Vermieter-mitzuteilen-E1736.htm.:

Ich stelle wegen der am …(Datum) Ihnen mitgeteilten Mängel die Miete – auch für den bereits laufenden Monat – unter den Vorbehalt der Teilrückforderung.

Achten Sie darauf, diesem dem Vermieter schriftlich mitzuteilen. Es empfiehlt sich ein Einschreiben mit Rückschein, um den Eingang Ihres Schreibens nachweisen zu können. Eine Mitteilung über die Zahlung unter Vorbehalt im Betreff der Mietüberweisung genügt nicht.

Achten Sie außerdem darauf, den Mietmangel konkret und so präzise wie möglich zu benennen. Eine Angabe der angedachten Mietminderungshöhe ist jedoch nicht erforderlich.

Minimieren Sie also das Risiko einer Kündigung Ihres Mietvertrags und setzen Sie Ihre Mietzahlungen zunächst unter Vorbehalt, wenn Sie mit einem Schimmelproblem zu tun haben.

Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter sind häufig komplex, landen nicht selten vor einem Gericht. Ziehen Sie es deswegen auch schon frühzeitig in Betracht, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Zur Orientierung sehen Sie nachfolgend eine Mietminderungstabelle bei Schimmel und Feuchtigkeit mit einer Auswahl an Gerichtsurteilen, Höhe der Mietminderungen und Gründen der Mietminderung.

 

Höhe

Grund

Gericht

100%

Erhebliche Gesundheitsgefährdung durch Schimmelpilzsporen

Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, GE 2007, 1387

80%

Durchfeuchtung und Schimmelpilzbefall von Küche, Wohn- und Schlafzimmer

Landgericht Berlin, Az. 65 S 205/89

50%

Schimmelpilzbefall im Wohnzimmer

Landgericht Hamburg, ZMR 2008, 456

30%

Wasser tropft durch eine Zimmerdecke, durch Schneesturm verursacht

Amtsgericht Kiel, 13 C 9/80

20%

Feuchtigkeits- und Schimmelbefall in acht Räumen eines Einfamilienhauses wegen undichten Daches

Amtsgericht Hamburg, 42 C 634/76

20%

Feuchtigkeitsschäden im Wohn- und Schlafzimmer

Amtsgericht Köln, 152 C 195/73

10%

Feuchtigkeitsschäden im Wohnzimmer

Amtsgericht Ravensburg, 5 C 676/74

10%

Wandfeuchtigkeit und Schimmelbefall im Kinder- und Schlafzimmer

Amtsgericht Darmstadt, zt/WuM 1980, 129/rb

8%

Durchfeuchtung der Zimmerdecke

Landgericht Hamburg, Az. 11 S 86/71

5%

Feuchter Keller im Keller nach Regenfällen

Amtsgericht Düren, 8 C 465/81 

 

 

Mietminderungsrechner

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Feedback der Benutzer*innen

Was die Benutzer*innen sagen:

Lange Jahre habe ich mich mit Schimmelproblemen rumgeärgert. Wir leben in einem älteren Haus. Bei den Umbauarbeiten gab es z.B. unter den abgeschlagenen Fliesen einige böse "Schimmelüberraschungen". Hier haben wir Tipps entdeckt, wie man Schimmel dauerhaft entfernt - und zwar nicht nur mit den üblichen chemischen Keulen, die ich kritisch sehe. Vielen Dank!
Peter H.
heimwerker aus ansbach
Ich lebe in einer Mietwohnung. Als im letzten Winter Schimmel an einer Wand aufgetaucht ist, beschuldigte mich mein Vermieter, falsch gelüftet zu haben! Obwohl das nicht stimmt! Ich konnte mit Ihrem Rechner zur Mietminderung bei Schimmelschäden abschätzen, ob es sich lohnen würde, mich gegen die Anschuldigungen meines Vermieters rechtlich zu wehren. Das habe ich dann auch mit großem Erfolg getan und konnte 1/3 der Mietkosten über zwei Monate mindern. Danke für die Tipps!!
Sonja W.
Mieterin aus Köln

Schimmelentfernung

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